Unser Heimatort ist stark von der Landwirtschaft geprägt! Zur Zeit wirtschaften ca. 10 Vollerwerbs- und 5 Nebenerwerbsbetriebe. Milchkühe gibt es immer weniger, dagegen wird die Ferkelerzeugung, Mastschweinehaltung und Bullenmast ausgebaut. Der Strukturwandel macht sich auch in Körbecke bemerkbar!

Industriebetriebe sucht man vergebens. Einige Handwerker haben hier noch ihr Auskommen. Viele Beschäftigte pendeln nach Warburg, Kassel, Paderborn oder anderweitig zur Arbeit.

Das Thema "regenerative Energien" wird bei uns groß geschrieben! Auf vielen Dächern befinden sich Photovoltaikanlagen und südöstlich vom Dorf stehen 7 Windkraftanlagen! Auch zwei Biogasanlagen werden in und um Körbecke von heimischen Landwirten betrieben.

Auszug aus der Chronik von Clemens Bremer, 1904

Die Hauptbeschäftigung gewährt der Ackerbau.

15 Häuser bestellen ihren Acker mit 4 und mehr Pferden, 9 mit 3 Pferden, 20 mit 2 Pferden, 12 halten je 1 Pferd, teils zum Acker, Teils zum Handel, 31 bestellen ihren Acker mit Kühen, 14 spannen Kühe nur zum Fahren ein, 55 benutzen vorläufig noch keine Tiere zur Arbeit.
Die Hausstände des Pfarrherrn, der Lehrpersonen und einiger Einzelhäupter blieben ungerechnet.

Der Viehbestand betrug nach Zählung vom 1. Dezember 1900:
202 Stück Pferde und Fohlen

In Wirklichkeit ist der Viehbestand wahrscheinlich etwas größer. Aus Furcht vor Besteuerung werden die Angaben etwas niedrig gehalten.
885 Stück Rindvieh, 801 Schweine, 177 Ziegen, 208 Schafe, 3479 Stück Federvieh, 33 Bienenvölker, 5437 Obstbäume
 
Landwirtschaftliche Maschinen sind vorhanden:
2 Stück Dampfdresch- und Häckselmaschinen, 7 Dreschmaschinen für Göpelbetrieb, 28 Häckselmaschinen für Göpelbetrieb, 18 Sämaschinen, 29 Mähmaschinen (davon 1 Garbenbinder, 21 Ablegemaschinen und 7 Grasmäher

18 Pferdeharken
Häckselmaschinen für Handbetrieb befinden sich fast in jedem Hause mit Viehhaltung bis herab zu 1 Kuh. In der Mühle arbeitete eine Kreissäge. Der Dampfpflug kam Anfang der 1880er Jahre auf den Gütern in Gebrauch, zuerst mit einer Maschine dann das Zweimaschinensystem. Bei starkem Zuckerrübenbau arbeitet der Dampfpflug in jedem Herbst auf den Gütern.

Maschinen und Geräte zum Ausführen landwirtschaftlicher Arbeiten kamen hier zuerst 1860 zu Gesicht. Bis dahin war alles Handarbeit. Nach und nach wurden die Maschinen angeschafft, vervollkommnet und vermehrt.

Es sei hier bemerkt, daß die Aufzeichnungen über gegenwärtige Verhältnisse sich anschließen an die Zeit der gegenwärtigen Niederschrift, an das Jahr 1904.

Weidegang des Viehes ist zusammengeschrumpft auf eine Schafherde. Bisher wurde immer noch eine Gänseherde geweidet, welche diesjährig mangels eines Hirten eingegangen ist. Das Vieh genießt also Stallfütterung. Ungehäckselte Fütterung ist noch nicht gebräuchlich. Früher weideten 2 Kuhherden, denen mehrere Jahrgänge von Fohlen zugesellt wurden - ferner 6 Schaf-, 1 Schweine-, 1 Ziegen-, 1 Gänseherde.
Kleinbauern weideten ihre Pferde zunächst nachts, dann aber auch am Tage in den Fällen, daß sie wenig oder leichte Arbeit oder kein Futter hatten, auf dem Vorbruche. Es war die Rede von gemieteten Pferdehirten für die Nachtzeit. Wenngleich die Pferde zu zweien mit einem Strick von Fessel zu Fessel zusammengespannt wurden, so verstanden sie es doch, im Gleichschritt unerlaubte Nahrungsgenüsse aufzusuchen. Der nächtliche Hirt mußte dies verhindern.

Die größeren Bauern hatten früher ihre Pferde ausnahmslos in ihren, mit starken Hecken umgebenen Wiesen geweidet, wovon noch viel die Rede war.
In neuester Zeit beginnt man hier nach dem Beispiel anderer Gegenden mit der Anlegung eingefriedigter Weidekämpe - bis jetzt 8 Stück.
Frühere Einteilung und Beschaffenheit der Gemarkung. Ehedem zeigte die Feldmark eine starke Zersplitterung der Grundstücke bis herab zu 3/4 und 1/2 Morgen auch im Bauernbesitz. Ein Gut von 120 bis 150 mochte in 60 bis 80 Parzellen durch die ganze Feldmark zerstreut liegen. Die Wege hatten nur die Breite einer Wagenspur, auch die Kommunikationswege zwischen den Ortschaften. Manche waren tief ausgeflossen und gefahren, sogenannte Hohlwege. Nicht jedes Grundstück hatte einen Wegezugang, sondern der Weg mußte über andere Grundstücke genommen werden. Deshalb mußte eine größere Feldkoppel stets mit gleichartiger Frucht bestellt werden damit die Überfahrt ohne große Schädigung ermöglicht werden konnte. Die Grundstücke waren vielfach naß bis sumpfig, es mangelte an Wasserableitumgsgräben
Erntedurchschnitte der Hauptgetreidearten aus einem 7jährigen Zeitraum gegen Ende des abgelaufenen Jahrhunderts nach des Unterzeichneten Aufzeichnungen:
Weizen 12 - Roggen 8,50 - Hafer 9,50 - Bohnen und Bohnengemenge 8,26 Zentner vom Morgen

Pachtpreise für mittleres und gutes Land: 24 - 36 bis 4o Mark und mehr pro Morgen.

Sonstige Preise: Weizen 16,50 - Roggen 13,80 - Hafer 12,75 Mark für 100 Kilo. Weizenstroh 1,20 pro Zentner in der Kuhlemühle ( Papierfabrik in Warburg ).

Die Gemarkung enthält rund 6300 Morgen oder 1607 Hektar, wovon mit Einrechnung der neueren Anpflanzungen 450 bis 500 Morgen als Wald und Holzung anzusprechen sind. Der Gemeindebesitz beträgt ungefähr 770 Morgen. Hiervon sind gegenwärtig ca. 330 Morgen als Ackerland verpachtet, die in letzter Periode einen jährlichen Pachtertrag von 8100 Mark brachten. 100 Morgen sind Wiesen mit jährlichem Grasverkauf. Diese brachten in den letzten 10 Jahren einen Durchschnittsertrag von jährlich 3200 Mark. Was mit Holzung bestanden ist, mag sich etwa gegen 130 Morgen beziffern. 10 Morgen sind mit Obstbäumen besetzt. Hiernach würden zur Weidenutzung und als Unland noch ca. 200 Morgen verbleiben. Einnahmen aus Gemeindegrundstücken 1903: 13.096,-- Mark.

Ein gutes Ackerpferd kostet 800 bis 1000 Mark und mehr; eine gute, frischmelke Kuh mit Kalb 400 bis 500 Mark; fette Schweine 40 Pfg, Kälber 36 - 38 Pfg, gute Zuchtkälber 45 Pfg, fettes Rindvieh 32 Pfg, alles pro Pfund Lebensgewicht. Ferkel von 6 Wochen kosten pro Stück 8 - 13 Mark. Der Preis ist sehr beweglich.
Lohn eines Großknechts im Jahre 1904: bar 300 Mark, 1/2 Morgen Kartoffelland, 1 Paar Schuhe, 2 Holzfuhren, einiges Land ausstellen. Letzteres muß auch in Nachbargemarkungen geschehen, wenn der Knecht von dort kommt. Wo Zugaben wegfallen, wurden 400 Mark gefordert und 370 Mark geboten.