Hier finden Sie Beispiele, was in unserem Ort stattgefunden hat und was wir mit "Unser Dorf lebt" meinen!

 

Körbecke, ein Dorf betonen, beleuchten, begehen

Im Herbst 2009 hatten einige Mitglieder des Pfarrgemeinderates an einer Infoveranstaltung des Gymnasiums Brede in Brakel unter dem Titel "Der Letzte macht das Licht aus" teilgenommen. Auf der Veranstaltung wurde deutlich, daß die Dörfer im Kreis Höxter (und wahrscheinlich auch darüber hinaus) vor großen strukturellen Umbrüchen stehen! Gaststätten schließen ihre Tore für immer, Handwerksbetriebe müssen aufgeben, Ärzte ziehen in die Stadt, Nahversorger machen ihre Läden zu, Metzger, Bäcker usw. haben im Dorf kein Auskommen mehr!

Mehr als 150 Menschen diskutierten über das Thema und versuchten Lösungen zu finden.

Auf unserer Heimreise kam uns dann die Idee, Körbecke einmal so richtig ins Licht zu rücken.
Wir wollten zeigen und darauf hinweisen, was es bei uns noch alles gibt, aber auch was schon verloren gegangen ist!

Nach mehr als einjähriger Planungs- Überzeugungs- und Vorbereitungsphase gingen am 4. Dez 2010 in Körbecke die Lichter so richtig an.

Storchennest

Storchennest Neu Marienburg

Beflügelt vom Bruterfolg des Körbecker Storchenpaares in der Nähe der Neu Marienburg, kam der Pfarrgemeinderat auf die Idee, ein zweites Storchennest zu errichten.
Eine passende Stelle wurde in Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand Ostheim und der Stadt Liebenau bald gefunden.

Im April 2014 stellten wir an einem Altarm der Diemel, zwischen Ostheim und Liebenau einen Gittermasten mit einem selbstgebasteltem "Storchennest" auf.

Unter den Augen von Bürgermeister, Ortsvorsteher, Pastor und Presse ging die gemeinsame Arbeit flott voran.
Der Spruch "Viele Hände geben ein rasches Ende" bewahrheitete sich an diesem Nachmittag voll und ganz und schon bald konnte das neue Bauwerk begossen werden!

Alle Beteiligten warten jetzt gespannt, wann sich das erste Storchenpaar einfindet, das Bett ist sozusagen gemacht.

Auszug aus der Chronik von Clemens Bremer, 1904

Zwei Storchenpaare waren immer hier beheimatet, um sich die Sorge um die Ankunft und Verteilung des kleinen, weltbürgerlichen Nachwuchses aufbürden zu lassen. Ihre dornige Sommerresidenz bauten sie sich auf der Giebelspitze von Strohdächern.

Als die Strohdächer verschwanden, siedelten sie sich zwischen Schornstein und Dach, auch auf der Giebelfirst eines Ziegeldaches an. In letzterm Falle wurde ihnen durch Anbringung eines alten Wagenrades ein Fundament gelegt. Seit längern Jahren wohnt nur noch ein Paar hier.

Osterfrühstück

Am 20.April 2014 fand das gemeinsame Osterfrühstück in Körbecke statt. Kulinarische Highlights in Hülle und Fülle!

"Singen unterm Lindenbaum"

Am 24. Mai 2014 veranstalteten der Senioren- und Kinderchor ein "Singen unterm Lindenbaum", das wegen schlechten Wetters im gut besuchten Gotteshaus stattfand.

Im Anschluß daran konnte man sich am umfangreichen Kuchen-und Tortenbuffet erfreuen.

Die Bibliothek "Buchbude"

Am 10. Mai 2015 weihte Pastor Lütkefend unsere erste Bibliothek "Buchbude" ein.
Eine ehemalige Telefonzelle wurde zum Antiquariat umgebaut, gelb gestrichen und fand in der Sommerbreite ein neues Zuhause!
Die Kinder des Dorfes gestalteten unter Anleitung der heimischen Künstlerin Olga Honl den umgebenden Zaun!
Anschließend wurde die Einweihung mit einem Kaffee-und Kuchenbufett unter reger Anteilnahme der Bevölkerung gebührend gefeiert.

Klustag

Am 12.06.2016 gab der Seniorenchor an der Klus ein Gesangskonzert!

Auszug aus der Chronik von Clemens Bremer, 1904

Die Lebenshaltung ist bedeutend besser - der Verdienst aller Arbeiter beträchtlich höher geworden.

Mit dem höheren Verdienst sind Aufwand und Genußsucht in starke Zunahme getreten. Nach Abstreifung der früheren Sitten, befinden sich die Ansprüche in steter Zunahme und Steigerung. Die Zügel, womit der angeborenen Neigung zu Genußsucht und Luxus die unerläßliche Hemmung vermittelt werden muß, sind entfallen. In den Industriegegenden und großen Städten werden Genußsucht und Luxus durch Wort und Beispiel gelehrt. Eine zahlreiche Partei predigt die Unzufriedenheit und gibt Zufriedenheit mit dem Bestehenden geradezu für ein Verbrechen aus. Durch Wechselbeziehumgen mit Personen, die in der Industrie und in größeren Städten wohnen und arbeiten, werden Luxus, Genußsucht und Unzufriedenheit auch auf dem Lande genährt. Deshalb wird der Mangel an gutem Willen immer ausgeprägter und augenfälliger.
Nach dem Übertragen der schwersten Arbeiten auf die Maschinen werden die verbliebenen Arbeiten wieder als riesenschwer hingestellt und beklagt.

Die Verkürzung der Arbeitszeit und Minderung der Leistungen kommen der Moral nicht zugute. Vielmehr fällt der Ungebundenheit und Ausgelassenheit mehr Zeit zu.

Nachdem das Gesinde, auch das weibliche, aufgehört hat, abends oder nachts für die Herrschaft zu arbeiten, wird auf möglichst frühen Eintritt des Feierabends gedrängt. Nach dem Abendessen erfolgt ein gründlicher Aufputz und dann gehts hinaus, um Zusammenkünfte in einzelnen Häusern und auf den Straßen, oder Spaziergänge zu pflegen. Die Rückkehr erfolgt erst spät, häufig zu spät. Das ist ein nicht genug zu beklagender Übelstand schwerster Art. Gegenseitige Verhetzung zu Unbotsamkeit, Trotz und größere Übel sind die schlimmen Folgen.

Worte eines Pfarrers:

"Das Gotteswort geb ich euch rein.
So rein soll auch mein Brotkorn sein.
Doch Trespe, Rade, Vogelwicken
Tut ihr mir als Pfarrkorn schicken.
Und bringt ihr nächstens nicht besseres Korn,
so trifft euch Bösewichter Gottes Zorn! Amen!"

Branntweingeschichte:

Als einmal der Faßträger in dem Hofgeismarer Walde strauchelte, entglitt das Faß seiner Schulter. Im Sturze auf den hartgefrorenen Boden bekam es ein Leck und sein Inhalt strömte dahin. Auf das Jammergeschrei des Trägers eilten in der Nähe beschäftigte Holzhacker herbei. In rascher Erfassung der Sachlage sanken sie eiligst zu Boden und schlürften das köstliche Naß, damit es seiner ursprünglichen Bestimmung nicht nutzlos entrinne und nach Möglichkeit gerettet wurde, was noch zu retten war. Als sie nach getaner Anstrengung Atem schöpften und vernahmen, der Eigentümer sei ein Jude, priesen sie in gehobener Stimmung den Zufall, der den Sturz in ihrer Nähe bewirkt und ihnen die köstliche Erquickung ermöglicht hatte. Den gesunkenen Mut des Trägers suchten sie wieder aufzurichten mit dem Trostspruch, dem Juden schade solch kleiner Unfall nicht im geringsten - armen Leuten müsse auch mal eine Freude zukommen. Er fügte sich dann auch ins Unvermeidliche und mochte an der Unfallbotschaft nicht schwerer heimwärts tragen, wie an dem gefüllten Faß.

Die Reformation soll ihre Wellen auch nach Körbecke geworfen haben und einen Teil unserer Vorfahren zum Abfall veranlaßt haben. Die Tradition besagte, ein lutherischer Geistlicher habe in der sogenannten "Hohlenweide" gewohnt. Aus diesem Anlasse seien auf dem sumpfigen Ausgangspfad nach der Kirche hin in trittweisem Abstande die noch vorhandenen größern Trittsteine gelegt worden.

Ein namhafter Geschichtsforscher teilte mir aus urkundlichen Informationen gelegentlich mit, Körbecke habe sich unter dem Einflusse der Herren von Spiegel zum Desenberg bis 1600 der lutherischen Lehre zugewandt

Nachtwächtersprüche:

Höret ihr Herren, was will ich euch sagen,
Die Glocke hat neune geschlagen.
Verwahret das Feuer und auch das Licht,

daß euch und dem Nachbarn kein Schaden geschieht.
Tuht! Tuht!

In der Winternacht lautete der 3-Uhr-Stundenruf wie folgt:

Ihr lieben Christen seid munter und wacht,
Der Tag vertreibet die finstere Nacht.
Ihr wisset nicht, wann der liebe Gott kömmt,
Der uns mit seiner Gnade aufnömmt.
Das hoffen wir alle Stunden! Tuht! Tuht!